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______________________________________________________________ Ehrenmitglieder der Gesellschaft: Prof. Dr. Dr. Armin Andrä _______________________________________________________________________
Die Wiege einer wissenschaftlichen
Gesellschaft, mit der Option, die Potentiale von zwei Universitäten zu bündeln
und sie auch für die Kollegenschaft des Landes nahe zu bringen bzw. dem
Anspruch der Kollegen in der Praxis entgegenzukommen, ist die Grundlage zur
Gründung einer regionalen wissenschaftlichen Gesellschaft. Herr Prof. Hübner, Ordinarius für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, war von einer übergreifenden wissenschaftlichen Gesellschaft überzeugt und trat vehement dafür ein. Sein Amtsbruder in Rostock, Prof. Reinmöller, war von der Überzeugung getragen, dass die Zukunft des Faches Zahnmedizin in der Medizin liege, und kämpfte für die Verwirklichung dieses Anspruches seine gesamte Amtszeit. In der Gründung einer eigenständigen zahnmedizinischen Gesellschaft fürchtete er eine weitere Distanzierung von der Medizin. So schrieb letzterer an seinen Kollegen Hübner in einem Brief u.a. folgende Zeilen: „Aus prinzipiellen Gründen halte ich es nicht für opportun, zum jetzigen Zeitpunkte die von Ihnen vorgeschlagene Gesellschaft zu gründen. ... Durch diese Separatgründung würde meines Erachtens unser Fach immer wieder den Fehler begehen, sich von den allgemeinärztlichen Institutionen abzusetzen. Ich glaube, dass eine gewisse Zurückhaltung besser ist und ein Anschluss an die großen medizinischen Gesellschaften angestrebt werden muss. Unser Fach ist hier in Rostock in die Chirurgische Gesellschaft eingegliedert. Ich halte diese Lösung für die richtige im Bezug auf das Erstrebenswerte unseres Faches, das als Sonderfach der Gesamtmedizin sich im Laufe der Zeit entwickeln wird.“ Wenn wir heute manche Diskussion über unser Fach (z.B. im Zusammenhang mit der Ausbildung an Fachhochschulen etc.) miterleben, so ist der Weitblick von Prof. Reinmöller bemerkenswert und seine Befürchtungen waren so unbegründet nicht. Dennoch erklärte Reinmöller seine Bereitschaft, bei der Vorbereitung der Gründungstagung selbst mitzuarbeiten. Hübner legte den Termin der Gründungsveranstaltung für Mitte September 1950 fest. Große Probleme bestanden in der Festlegung eines geeigneten Tagungsortes. Zunächst hatte man natürlich die Mutterstädte der Universitäten Greifswald und Rostock in Erwägung gezogen. Es stellte sich jedoch heraus, dass beide nicht in Frage kamen. Während es in Greifswald von jeher Schwierigkeiten machte, Veranstaltungen solchen relativ großen Ausmaßes durchzuführen, da die Unterbringungsmöglichkeiten und Räumlichkeiten nicht vorhanden waren, kommt die Rostocker Situation in einem Brief Hübners an Reichenbach in folgenden Sätzen zum Ausdruck: „Rostock hat eine gewaltige Überbelegung durch den Ausbau der Werftanlagen, so dass schon jetzt 18.000 Arbeiter untergebracht werden mussten und noch mehrere 1.000 Arbeiter in Aussicht stehen. Das hat die an und für sich schon bestehende Wohnungsnot unerträglich gestaltet, so dass außer den Privatquartieren - selbst Kollege Reinmöller hat in seiner schon reduzierten Wohnung 3 Arbeiter aufnehmen müssen, - noch eine Anzahl Hotels belegt worden sind. Also dadurch fällt Rostock völlig aus.“ Deshalb war man froh, als der Güstrower Zahnarzt Dr. Wilhelms anbot, die Gründungstagung in Güstrow durchzuführen. Dieser mühte sich sofort um die organisatorische Vorbereitung. Wegen der angespannten Versorgungslage waren mühevolle Kleinarbeiten zu leisten. In einem Brief Wilhelms an Hübner vom 24. August 1950, immerhin drei Wochen vor Beginn der Tagung, ist darüber folgendes zu lesen: „Bisher habe ich noch nicht entscheiden können, ob ich zur Hilfe einige Studenten bitte, oder ob ich nicht lieber einige Helferinnen aus Güstrow nehme, da diese über Ortsfragen noch besser urteilen können. Hinsichtlich der Dekoration des Saales bitte ich um Ihre Instruktion. Wünschen Sie Transparente und welche, wünschen sie die Bilder von Grothewohl und Pieck? Alles andere wie Blumenschmuck, Lautsprecher und dergleichen mehr ist geregelt. Für Sonnabend (16.09.) habe ich an ein markenfreies Essen gedacht, für Sonntag an ein markenfreies Frühstück.“ Wie den Berichten der damaligen „Zahnärztlichen Rundschau“ zu entnehmen war, wurde die Gründungstagung dennoch ein Erfolg. In den ersten Vorstand wurden einstimmig gewählt: 1. Vorsitzender Herr Prof. Dr. Hübner,
Greifswald Als Beirat wurden die beiden Dentisten Herr
Pietsch und Herr Korten aus Schwerin vorgeschlagen. Aus einem Bericht über die Gründungstagung geht hervor, dass trotz zahlreicher Einladungen nur zwei Teilnehmer aus Westdeutschland als Gäste begrüßt werden konnten. Das hat seine objektiven Ursachen vermutlich in der Tatsache, dass im Westen zur gleichen Zeit ebenfalls wichtige Tagungen stattfanden. Zum anderen bereitete die Beschaffung der für die Einreise notwendigen Interzonenpässe Schwierigkeiten. Dennoch konnte als Redner der damalige Oberarzt Rehrmann aus Hamburg und Prof. Fischer aus Göttingen begrüßt werden. Über das Thema „Indikation zur Verwendung körpereigener Zähne für prothetische Zwecke“ referierten Reinmöller (Rostock), Jarmer (Greifswald), Hauenstein (Leipzig), Reußel (Rostock), Vocke (Dresden), Müller (Steinach), Weigel (Leipzig) und schließlich Hübner (Greifswald). In den ersten Jahren des Bestehens der Gesellschaft konzentrierte sich die Arbeit ihrer Mitglieder im wesentlichen auf die Durchführung der Jahrestagungen. Da die Mehrzahl der Vorstandsmitglieder als hauptamtliche Hochschullehrer maßgeblich an der Aus-, Weiter- und Fortbildung der Studenten und Zahnärzte beteiligt waren, fand diese Problematik auch in der Arbeit der Landesgesellschaft ihren Niederschlag. Man war bemüht, einheitliche Lehrinhalte für die Ausbildung an den Universitäten zu schaffen und damit eine geregelte Ausbildung der Studenten zu ermöglichen. Außerdem beschäftigte sich der Vorstand in dieser Zeit immer wieder mit den Problemen der Schaffung eines Einheitsberufes für Zahnärzte und Dentisten. Nach dem Tode von Professor Hübner im Jahre 1952 übernahm der vormalige stellvertretende Vorsitzende, Professor Reinmöller aus Rostock, den Vorsitz im Vorstand. Dieses Amt legte er 1956 nieder und an seine Stelle trat Professor Plötz aus Greifswald. Bei der Vorbereitung der regelmäßig stattfindenden Jahrestagungen und Weiterbildungsveranstaltungen war man um eine ständige Qualitätssteigerung bemüht. Dazu musste die finanzielle Lage der Gesellschaft verbessert werden. Da sich die Gesellschaft im wesentlichen durch die Mitgliedsbeiträge selbst finanzierte, erhöhte man den jährlichen Beitrag von 10,00 Mark auf 20,00 Mark. Bis zur Euroumstellung betrug der Beitrag 30,00 DM. Danach wurde er bis 2005 auf 15,00 € festgelegt. 1963 wurde Prof. Reumuth (Rostock) zum neuen Vorsitzenden gewählt. Nachdem sich die Arbeit des Vorstandes im wesentlichen auf die Organisation von Tagungen und der Erörterung finanzieller Probleme beschränkte, nahm die Vielfalt der Arbeit des Vorstandes unter seiner Leitung zu. Die Ursache dafür war nicht zuletzt die
Gründung einer einheitlichen Dachgesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für
Stomatologie der DDR, im Jahre 1964. Mit der Abschaffung der Länder wurde die Verwaltung in den Bezirksstädten zentralisiert, wobei die Bezirksverwaltungen von den Regierungsstellen in der Hauptstadt dirigiert und kontrolliert wurden. So sind in diesem System auch die verschiedensten Aufgaben und Verantwortlichkeiten im Gesundheitswesen immer mehr auf die Bezirke verlagert worden, wobei etwa Fragen der zahnärztlichen Fort- und Weiterbildung, der Leistungs- und Qualitätskontrolle, der Personalplanung sowie der Materialbeschaffung und -verteilung zunehmend eigenverantwortlich auf Bezirksebene geregelt wurden. Der Bezirksstomatologe nahm in diesem Gefüge eine besondere Stellung ein. Er war später zugleich Ärztlicher Direktor der Bezirkspoliklinik für Stomatologie als Leiteinrichtung im Bezirk und mitverantwortlich für die Ausbildung und Tätigkeit von stomatologischen Schwestern und Zahntechnikern. Gewissermaßen in vorauseilendem Gehorsam hielt es der Schweriner Bezirksstomatologe, Obermedizinalrat Dr. Gerber für angebracht, auch die medizinisch-wissenschaftliche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde in die Bezirksstruktur einzugliedern. Nachdem das Präsidium der Gesellschaft für Stomatologie der DDR der Gründung dieser damals ersten bezirklichen Stomatologischen Gesellschaft zugestimmt hatte, fand die Gründungsveranstaltung am 01. Oktober 1969 statt. Die Abtrennung des Bezirkes Schwerin aus der bis dahin einheitlichen Gesellschaft aller drei Nordbezirke war durchaus umstritten und wurde kritisiert, befürchtete man doch eine Schwächung der wissenschaftlichen Kräfte im Sinne einer provinziellen Verstümmelung. Mit Ehrgeiz führte Gerber ohne Wechsel des Vorsitzes von 1969 bis 1978 die Gesellschaft als gleichzeitiger Bezirksstomatologe. Als Doz. Dr. Dr. Klammt einem Ruf an die Kieferklinik nach Schwerin folgte, übernahm er den Vorstand der Gesellschaft bis zu deren Auflösung 1990. Im Zusammenhang mit der Gründung der Schweriner Gesellschaft erfolgte natürlich wieder eine Änderung des Namens der Muttergesellschaft in Stomatologische Gesellschaft an den Universitäten Greifswald und Rostock für die Bezirke Neubrandenburg und Rostock. Wie ereignisreich und politisch brisant die letzten 50 Jahre insgesamt waren, zeigt die Tatsache, dass unsere Fachgesellschaft mehr als 6mal den Namen ändern musste. Nach Reumuths frühem Tod im Jahre 1970 musste der damalige stellvertretende Vorsitzende Prof. Schönberger (Greifswald) kurzzeitig das Amt des Vorsitzenden übernehmen. Im gleichen Jahr wurde Prof. Andrä (Rostock) zum ersten Vorsitzenden gewählt. Dieses Amt bekleidete er bis zum Jahre 1977. Unter seiner Leitung trat der Vorstand in der Regel 3mal jährlich zur Beratung zusammen. Zu den bisher genannten Problemen, die in den Vorstandssitzungen erörtert wurden, kamen weitere wichtige hinzu. So wurden von1972 bis 1989 systematisch gegliederte Weiterbildungsprogramme getrennt nach den verschiedenen Fachzahnarztrichtungen und Weiterbildungsjahrgängen für das ganze Jahr erarbeitet. Über die Durchführung der Weiterbildungsveranstaltungen ist regelmäßig im Vorstand berichtet worden. Im Jahre 1977 wurde Prof. Schönberger (Greifswald) in das Amt des ersten Vorsitzenden gewählt. Da die Aufgaben des Vorstandes immer mehr anwuchsen, wurde der Vorstand um einige Funktionen erweitert, und zwar um den Beauftragten für Öffentlichkeitsarbeit, um den Verantwortlichen für die Fachzahnarztweiterbildung, den Verbindungsmann zum Präsidium und den Verantwortlichen für Fortbildungsfragen. In wesentlich umfangreicherem Maße als bisher wurden die Vorstandssitzungen nunmehr genutzt, um von den bestehenden Arbeitskreisen regelmäßig Rechenschaft über ihre Aktivitäten zu fordern. Intensiv beschäftigte sich der Vorstand auch mit den Problemen der gesundheitlichen Betreuung im Territorium. Für diese Diskussionen wurden im besonderen Maße die Mitgliederversammlungen genutzt. Die Mitgliederversammlung ist auch heute noch das oberste und beschließende Organ der Gesellschaft. Seit 1975 begann man, die Mitgliederversammlungen zusätzlich thematisch zu gestalten. Im folgenden einige Gedanken zur
Mitgliederbewegung. Im Jahre 1983 wurde Prof. von Schwanewede (Rostock) in das Amt des Vorsitzenden gewählt, welches er bis 1989 bekleidete. Ebenfalls auf Druck der Gesellschaft für Stomatologie der DDR erfolgte 1984, immerhin erst 15 Jahre nach Gründung der Schweriner Separatgesellschaft, auch die Abtrennung des Bezirkes Neubrandenburg aus einer gemeinsamen Gesellschaft. So kam es 1984 zur Gründung der Stomatologischen Gesellschaft des Bezirkes Neubrandenburg. Den Vorsitz übernahm Dr. Kröger und die wissenschaftliche Betreuung erfolgte durch Prof. Buth von der Greifswalder Universität. Insgesamt wurden von den nunmehr 3 Regionalgesellschaften über 70 Jahrestagungen organisiert, wobei nur wenige überregionale Bedeutung erlangten. Wenige Gemeinschaftstagungen mit den Fachgesellschaften für Prothetik, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Periodontologie, konservierende Stomatologie und Kinderstomatologie oder mit der Gesellschaft für Allgemeinmedizin hoben sich erfreulich ab. Eine Woche vor dem Fall der Mauer wurde Prof. Hensel aus Greifswald zum Vorsitzenden der Gesellschaft gewählt. Den wesentlichsten und wichtigsten Einschnitt in der Entwicklung unserer Gesellschaft brachte natürlich die Zeit der politischen Wende im November 1989 mit sich. Auf einer Zusammenkunft von Vertretern der Regional- und Fachgesellschaften am 30.01.90 in Halle, die auf Betreiben von Prof. Schulz, Dr.Dr. Böckler und Prof. Klammt zustande kam, haben die Vorsitzenden der Regional- und Fachgesellschaften sehr schnell die Auflösung der „Dachgesellschaft“ beschlossen und das Präsidium für abgesetzt erklärt. Auf einer außerordentlichen Vertreterkonferenz in Leipzig am 07. April 1990 kam es nach der Auflösung der Dachorganisation schließlich zur Vermögensaufteilung und -rückführung. Für unsere Gesellschaft waren das über 9.000 Mark - sowie zur Gründung eines Kollegiums der Vorsitzenden mit Herrn Prof. Musil aus Jena als Sprecher. Damit wurde die Eigenständigkeit der medizinisch-wissenschaftlichen Regional- und Fachgesellschaften wieder hergestellt. Es entstand die „Mecklenburg-Vorpommersche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an den Universitäten Greifswald und Rostock e.V.“. Die 40. Jahrestagung der nunmehr wieder die
gesamte Region des neuen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern vertretenden
Gesellschaft fand am 03. Oktober 1990 in Greifswald statt. Diese Tagung hatte
also mit dem Datum doppelten Symbolcharakter der Wiedervereinigung. Inzwischen wurden neue Gremien der Selbstverwaltung der Zahnärzteschaft unter den neuen gesellschaftlichen Bedingungen gegründet. Am 28. April 1990 schlug im Hörsaal der
ehemaligen Bezirkspoliklinik für Stomatologie in der Schweriner
Graf-Schack-Allee die Geburtsstunde der Zahnärztekammer Mecklenburg-Vorpommern. Die spezifischen Aufgaben der wissenschaftlichen Gesellschaft gehen aus dem Statut hervor. Zu Aufgaben und Zielen heißt es in den Absätzen 1 bis 5:
Inzwischen hat sich die Arbeitsteilung mit der
Zahnärztekammer und auch der KZV als konkret definierte Kooperation entwickelt. Inzwischen haben 55 Jahrestagungen der Gesellschaft stattgefunden. In den Jahren von 1995 bis 2001 hatte Herr Prof. Sümnig, Greifswald, den Vorsitz inne. Seit 2001 ist mit Frau Prof. Grabowski, Rostock, erstmals ein weiblicher Vorsitz. Dem gegenwärtigen Vorstand gehören an: Frau Prof. Grabowski, Rostock Welche Aufgaben und Ziele verfolgt die Mecklenburg-Vorpommersche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an den Universitäten Greifswald und Rostock e.V. gegenwärtig? Neben den großen Jahrestagungen in Warnemünde und außer den Fort- und Weiterbildungskursen und -seminaren der Zahnärztekammer ist es Anliegen der wissenschaftlichen Gesellschaft durch regionale Veranstaltungen die Kollegenschaft buchstäblich vor Ort mit den Entwicklungen in allen Fachgebieten der Zahnheilkunde vertraut zu machen. So finden außer an den beiden Universitäten regelmäßig in Güstrow, Neubrandenburg und Schwerin gut besuchte jährliche wissenschaftliche Veranstaltungen statt. Die Kollegen Prof. Dr. Dr. Klammt, PD Dr. Dr. M. Sonnenburg und Dr. Koch haben sich in der Vergangenheit darum Verdienste erworben. Seit dem 1. Januar 2005 hat unsere Gesellschaft die kooperative Mitgliedschaft bei der DGZMK vertraglich geregelt. Das bietet den Mitgliedern Möglichkeiten auch überregionale Veranstaltungen zu den Optionen eines ordentlichen Mitglieds der DGZMK in Anspruch zu nehmen. Über die Mitteilungshefte der DGZMK, die in der Regel 4x jährlich versandt werden, erhalten unsere Mitglieder gleichzeitig Informationen aus der Dachgesellschaft, einschließlich der Statements zu wichtigen zahnmedizinischen Bewertungen von Sachthemen. In diesem Jahr hat der Vorstand beschlossen, den wissenschaftlichen Nachwuchs in unserem Land zu unterstützen. Die Gesellschaft will damit dem Umstand Rechnung tragen, dass der Landeshaushalt für Lehre und Forschung an den Universitäten zunehmenden Sparmaßnahmen unterliegt. Wir möchten verhindern helfen, dass begabte und motivierte Kollegen unsere Universität verlassen müssen. Beide zahnmedizinische Einrichtungen der Universitäten Greifswald und Rostock sollen, wie Herr Prof. Metelmann es einmal vor seiner Zeit als Minister formulierte, Leuchttürme im Land sein. Mögen sie es bleiben. Die Landespolitik stand nach 1990 der Weiterentwicklung beider Standorte sehr unterschiedlich gegenüber. Das geht unter anderem aus den Grußworten anlässlich unseres 50jährigen Bestehens hervor. Herr Prof. Sümnig hat sie in seiner Festschrift 2000 abgedruckt. Dieser Festschrift verdanken wir den historischen Abriss, der heute unserer Homepage in wesentlichen Teilen zugrunde liegt. Prof. Dr. Rosemarie Grabowski ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Grußworte anlässlich der Festveranstaltung zum 50jährigen Bestehen der wissenschaftlichen Gesellschaft Prof. Dr. Dr. Gert-Horst Schumacher, Hohes Präsidium, meine sehr verehrten Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen, Der Krieg, der die wissenschaftliche Arbeit zum Erliegen gebracht hatte, war gerade fünf Jahre vorbei, und ich gehört zu den Glücklichen, die das Inferno als Soldat überlebt und in Greifswald einen Studienplatz gefunden hatte. Die Studienbedingungen entsprachen ebenso wie die materielle Ausstattung der Zahnklinik dem Notstand der Nachkriegszeit. Aber Not macht erfinderisch, und kann außerdem ordentliche Kreativitätspotenziale entfalten. So wurde mit der Grundsteinlegung einer „Medizinisch-wissenschaftlichen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde“ ein verheißungsvolles Signal für die Reaktivierung des wissenschaftlichen Lebens und die weitere Entwicklung der Zahnheilkunde im Land Mecklenburg-Vorpommern gesetzt. Wenn die Gesellschaft heute auf eine stolze Bilanz verweisen kann, gebührt auch ihren Gründern, Prof.Dr. Hübner und Prof.Dr. Reinmöller, ein ehrendes Gedenken. Ich wünsche unserer Gesellschaft perpetuierende Erfolge bei der Realisierung ihrer umfangreichen Aufgaben, verbunden mit der Hoffnung, dass diese unter den aktuellen Restriktionen gemäß den Zielen ihrer Gründer zum Wohle der Patienten fortgesetzt werden können. ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Dr. Dietmar Oesterreich, Sehr geehrte Damen und Herren, Nach dieser Zeit darf uneingeschränkt festgestellt werden, dass dies nicht nur gelungen ist, sondern sogar beispielhaft für die gesamte Bundesrepublik ausgestaltet wurde. Eine zentrale Betreuung besitzt unsere jährlich, gemeinsam organisierte und gestaltete zentrale Fortbildungsveranstaltung in form des Zahnärztetages. Mit berechtigtem Stolz können wir auf die hohe wissenschaftliche Qualität und die stetig zunehmende Akzeptanz dieser Tagung innerhalb der Kollegenschaft weit über unsere Landesgrenzen hinaus verweisen. Darüber hinaus wird aber auch die allgemeine zahnärztliche Fortbildung im wesentlichen durch unsere beiden Hochschulen im Lande getragen. Sie sind der Garant für eine hohe Qualität der Fortbildung und darüber hinaus die Träger der spezialisierten zahnmedizinischen Betreuung unserer Patienten. Vor den gesundheitspolitischen Hintergründen ist es erforderlich, die Zahnheilkunde mit ihren wissenschaftlich gesicherten Möglichkeiten neu zu beschreiben. Dies ist eine Aufgabe, welche durch die Dachorganisationen von Standespolitik und Wissenschaft gemeinsam gelöst werden muss. Das damit verbundene sehr enge Aneinanderrücken von Wissenschaft und Standespolitik ist nicht nur eine Notwendigkeit, sondern auch eine Chance für die breite Akzeptanz zahnärztlicher Reformvorstellungen. Vor diesem Hintergrund darf festgestellt werden, dass wir in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Verhältnis zwischen Wissenschaft und Standespolitik bereits seit langem auf dem richtigen Weg sind. Somit wünsche ich uns allen, dass dieser Weg weiter erfolgreich gestaltet wird. Die Zahnärztekammer gratuliert unserer wissenschaftlichen Gesellschaft sehr herzlich zu ihrem Jubiläum. Gleichzeitig möchten wir unseren Dank und Anerkennung allen Kollegen aussprechen, die sich in den Jahres des Bestehens für eine wissenschaftlich hochstehende Zahnheilkunde eingesetzt haben. ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Prof. Dr. med. dent. Reiner Biffar, Sehr geehrte Damen und Herren, Herausragend war über ihre gesamte Geschichte, dass sie sich immer dem wissenschaftlichen Austausch verpflichtet gefühlt hat. Zahlreiche Referenten haben in diesen 50 Jahren zur Wissensvermehrung beigetragen und die interessante wissenschaftliche Diskussion unter uns Kollegen angeregt. Neue Behandlungsmöglichkeiten wurden präsentiert und auf ihre Tauglichkeit in der täglichen Praxis geprüft. Nicht alles was neu war, konnte bei der Behandlung unserer Patienten bestehen. Vieles, was aber einst modern und fortschrittlich war, gehört heute wie selbstverständlich zu unserem täglichen Repertoire. (Sei dies die Einführung der Silikone als Abformwerkstoffe, der Composites für die Füllungs- und Befestigungstechnik, die Implantate, die moderne Kariesdiagnostik und die systematische, risikobezogene Parodontalbehandlung, um nur einige Beispiele für eine lange Kette von Innovationen zu nennen.) Gerade in der heutigen Zeit, in der wir zunehmend durch die Technisierung beherrscht werden, ist es für uns Zahnärzte an der Zeit, sich auf die Tätigkeit eines Zahnmediziners zurück zu besinnen. Wir sollten unsere Verantwortung als Facharzt, der für die Mundregion zuständig ist und der durch sein medizinisches Wissen Erkrankungen und Risiken frühzeitig erkennt, gegensteuert und therapiert, reklamieren und ausfüllen. Kariesprävention, Parodontal- und Dysfunktionsprophylaxe, der Einsatz moderner Werkstoffe und Behandlungsmethoden sowie die breite Nahtstelle zur Chirurgie und konservativen Medizin machen diese Verantwortung überdeutlich. Unsere Gesellschaft bündelt die Kräfte und ist Ausweis für eine fortschrittliche Zahnmedizin in der Niederlassung und an den beiden Universitäten. Unserer zahnärztlichen Gesellschaft in Mecklenburg-Vorpommern wünsche ich, dass sie weiterhin mit so glücklicher Hand diese Aufgaben wahrnimmt - zum Wohle der Zahnmedizin und unserer Patienten. ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ Prof. Dr. med. Gerhard Hennighausen, Sehr geehrte Damen und Herren, Die Namensgebung Ihrer Gesellschaft „Medizinisch-wissenschaftliche Gesellschaft für Zahn-, Mund und Kieferheilkunde für Mecklenburg“ im Gründungsjahr 1950 war vorausschauend und in der Überzeugung gewählt, die Zahnheilkunde als ein in die medizinischen Disziplinen integriertes Fach zu entwickeln. Es kann als das Verdienst Prof. Reinmöllers, des damaligen Direktors der Rostocker Universitätszahnklinik und Gründungsmitglied Ihrer Gesellschaft angesehen werden, diese Integration als notwendig für die fachliche Entwicklung der Zahnheilkunde erkannt und maßgeblich betrieben zu haben. In den letzten neun Jahren hat die Zusammenarbeit mit der Zahnärztekammer in Mecklenburg-Vorpommern wesentlich dazu beigetragen, dass die wissenschaftliche Entwicklung der Zahnheilkunde in noch engerer Verflechtung mit der Krankenversorgung steht. Im Statut Ihrer Gesellschaft sind Aufgaben und Ziele definiert, darunter die Förderung der Forschung und des wissenschaftlichen Lebens sowie der Einfluss auf die Aus-, Weiter- und Fortbildung in Ihrem Fach. Letzteres Aufgaben, die sich unmittelbar auf die Qualifikation der Zahnärzteschaft unseres Landes auswirken, werden von beiden Universitäten wesentlich mitbestimmt. Nicht zu unrecht ist die Zahnärztekammer unseres Landes stolz auf das Erreichte im Hinblick auf Weiter- und Fortbildung in den vergangenen zehn Jahren und sie ist sich der Rolle der Hochschuleinrichtungen für das Niveau der Krankenversorgung in der zahnärztlichen Niederlassung sehr bewusst. Damit dies auch in Zukunft erhalten bleibt, ist der Fortbestand von zwei Universitätszahnkliniken im Land erforderlich. Die Medizinische Fakultät der Universität Rostock ist dankbar, dass sowohl die Mecklenburg-Vorpommersche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde als auch die Zahnärztekammer Mecklenburg-Vorpommern sich für den Erhalt des Rostocker Studienganges für Zahnmedizin und damit untrennbar verbunden für den Erhalt der Rostocker Klinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde ausgesprochen haben. Möge diese Jubiläumstagung ihren Beitrag dazu leisten, diejenigen, die fachliche und politische Verantwortung in Deutschland und in unserem Bundesland tragen, zu überzeugen, dass wissenschaftlicher Fortschritt für Aus-, Weiter- und Fortbildung und damit für eine qualitativ anspruchsvolle Krankenversorgung auch künftig durch zwei leistungsfähige Universitäten gewährleistet wird. Auch in diesem Sinne wünsche ich der Jubiläumstagung mit ihrem anspruchsvollen Programm einen guten Verlauf. ________________________________________________________________________ |
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